Clans, Farben und Städte

“Clan” bezeichnet bei den Vitadoniern mehr als eine Familie. Clans können Hunderte, Tausende von Familien enthalten. Ein Clan ist mehr ein Volk – eine Gruppe von Leuten, die einem gemeinsamen Clanfokus folgen einer, weit, sehr weit zurückreichenden Blutlinie entstammen und über das Netz miteinander verbunden sind. Obwohl die Vitadonier sehr symbolfreudig sind, identifizieren die Clans sich in erster Linie an ihren Clanfarben, die für jeden einzig sein müssen.
Die Farben gliedern sich in drei Bereiche; die primäre Clanfarbe – der dominante Teil der Kleidung und weithin sichtbar, die sekundäre Clanfarbe – kleinere Details an der Kleidung, die beim Näherkommen auffallen und die tertiäre Clanfarbe – kleine Accessoires an Kleidung und Ausrüstung, die erst in der Nähe auffallen. Es gibt auch eine vierte Farbe, aber die wird nur sehr selten von einem Clan getragen.

Je größer der Einfluss eines Clans, desto mehr Farben hat er. Für vier Farben müsste der Clan das ganze Land dominieren, bei einer ist er gerade groß und einflussreich genug, um als Clan zu gelten. Kleine Clans und Clangemeinden (Zusammenschlüsse mehrerer kleiner Clans) leben meist in Dörfern, die an natürlich geschützten Orten liegen. Felsklüfte, Baumwipfel und, in kalten Gegenden wie Iskar, erloschene, vulkanische Krater sind beliebt. Vitadonier suchen für ihre Bleibe immer adäquaten Schutz, da sie in einer gefährlichen Welt leben. Nicht nur die schweren Stürme und Launen der Natur machen ihnen das Leben schwer, nein auch die Kreaturen, die sich mit ihnen um den Platz der schöpferischen Vormachtstellung rangen, haben es auf sie abgesehen. Von gewaltigen, fliegenden Räubern bis zu wölfischen Jägern in den tiefsten Einöden, gibt es viele hungrige Geschöpfe, die in den Humanoiden leckere Appetithappen oder einfach nur Störenfriede sehen. Die Invasion der extraplanaren Valkiri hat diese Situation nicht gerade verbessert.

Die Vitadonier haben erkannt, dass sie nur in großen Gemeinschaften stark sind und knallharte Organisation und Struktur ihr Rettungsanker ist. Leider sind sich die Clans auch untereinander nicht immer allzu grün, was dazu führt dass häufig blutige Clanfehden in ihren eigenen Reihen stattfinden. Obwohl einige Völker schon beachtliche Technologien entwickelt haben und, im Großen und Ganzen, Herr ihrer Umwelt sind, verhindert das angeborene Misstrauen der Clans in die Anderen eine große Verbreitung dieses Wissens.

Wenn ein Clan oder eine Clangemeinschaft, groß genug geworden ist (so um die 1000 Seelen), werden sie anfangen eine Stadt zu bauen, angespornt durch den Fokus ihres Visionärs. Diese Stadt wird einzigartig und völlig individuell sein und den Charakter des Clans perfekt repräsentieren, da die Arbeiter das unterbewusste Idealbild, das alle im Netz teilen, in ihrer Arbeit umsetzen werden. Vitadonische Städte sind für Außenseiter oft schwer nachzuvollziehen, da sie einer, eigenen, nicht erklärbaren emotionalen Logik folgen. Meist ein (für Fremde) undurchschaubarer Wirrwarr an Häusern, Türmen, Verbindungsgängen (auch mehrere Stockwerke in der Luft), Brücken, Erkern und Fenstern aller Nuancierungen. Folgende Dinge haben aber alle Städte gemeinsam: Eine gewaltige Schutzmauer, einen Palast/Tempel, einen Ratsplatz. Die Schutzmauer umringt das filigrane Gebilde und verdeckt die Stadt manchmal völlig, wie die schützende Schale eines Eis. Diese Mauer stellt, mit ihren Wachtürmen und dem supermassiven Stadttor, natürlich einen wesentlich besseren Schutz dar, als die versteckten Dörfer. Die Aussenwände sind oft mit mystischen Schutzsymbolen und Statuetten versehen, die das Unheil von der Stadt fernhalten sollen. Der Palast (oder Tempel) ist das zentrale Gebäude der Stadt und mit Sicherheit das imposanteste. Hier haben viele Arbeiter mit sehr viel Liebe zum kunstvollen Detail ein begehbares Monument für die Herrlichkeit ihres Clans geschaffen. Der Palast soll aber nicht nur Wahrzeichen für die Gemeinsamkeit der Clansbrüder sein, sondern auch der Sitz des Visionärs, der meist in den obersten Gemächern sein eigenes Reich errichtet. Der Rat hat ebenfalls seine Sitzungsräume und Gemächer im Palast, da die Stadtbibliothek und eventuelle Museen oder religiöse Stätten ebenfalls in seinen Mauern untergebracht sind.

Der Warenaustausch jenseits der eigenen Mauern hat sich bisher immer als lukrative Angelegenheit für alle Beteiligten entpuppt. Während dieser Zeit versucht jede Stadt sich von ihrer besten Seite zu zeigen und die Händler unterstehen dem Gesetz der Gaststadt.
Es ist selten, dass Vitadonier zu fremden Städten reisen, obwohl das ohne weiteres möglich ist. Zwar darf niemand aus einem fremden Clan ein Haus beziehen, ohne direkte Einwilligung des Rates, aber einige Städte bieten Mietzimmer für etwas längere Aufenthalte. Als Gast untersteht man der absoluten Gnade der Stadtherren. Sie bestimmen, wer hineinkommt und wie mit Gästen, die sich danebenbenehmen, verfahren wird. Gäste dürfen nicht an Abstimmungen oder Gerichten teilnehmen (letzteres höchstens als Verurteilter). Die Partnerschaft zwischen zweien aus verschieden Clans, setzt voraus dass einer von beiden zum anderen Clan überwechselt und integriert wird. Anderenfalls müssen beide den Clan verlassen und werden aus dem Netz verstoßen. Eine schlimmere Demütigung kann es kaum geben.

Eigenen Kommentar abgeben

Du musst Dich einloggen um einen Kommentar zu schreiben.