Visionäre und mehr zum Netz

Von einer einzigen Inkarnation gibt es nur einen einzigen, aktiven, in jedem Clan: Den Visionär. Der Visionär sitzt im Zentrum des Empathischen Netzes und kann alle Stränge erspüren. Er ist in kleinen Clans König und Herrscher seines Landes und in großen Clans weiser Berater und Oberhaupt des Rates der Nation. Wenn ein alter Visionär merkt, dass sein Tod naht, schickt er ein Impuls durch das Netz, so dass neue Visionäre geboren werden. Unter diesen Visionären kann eines Tages nur einer den Mantel des Visionärs seines Clans für sich beanspruchen. Für die anderen bleibt das Exil als wandernder Visionär oder ein hochgeschätzter Posten als Berater. Dieser ist zwar luxuriös und bequem, beinhaltet aber keine wirkliche Macht. Dem Visionär wird uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht – er ist die lebende Verkörperung all dessen, wofür der Clan steht und der Clanfokus, den er bestimmt, prägt alles, wonach der Clan in den kommenden Jahrhunderten seiner Regentschaft streben wird. Kein Visionär, der bei klarem Verstand ist, würde das Vertrauen seines Clans missbrauchen. Er tut gut daran, immer dafür zu sorgen, dass sein Volk weiß, woran es bei ihm ist, denn die meisten seiner phänomenalen Fähigkeiten des Wunder wirkens basieren auf dem uneingeschränkten Vertrauen und Glauben, den sein Clan in ihn setzt. Mit dem Tod des Visionärs würde, wenn die Lücke nicht von einem Nachfolger oder den Netzwächtern geschlossen werden kann, das Empathische Netz zusammenbrechen.

Die Entfernung aus dem Empathischen Netz ist ein, im höchsten Maße, traumatisches Erlebnis, das im besten Falle gnädige Ohnmacht, im schlimmsten Fall Wahnsinn hervorrufen kann. Aus dem Netz getrennt, verliert ein Mensch für einige Wochen die Fähigkeit, seine mystischen und außerordentlichen Kastenfähigkeiten zu verwenden, bis er gelernt hat, sie ohne das Netz zu benutzen. Die Inkarnation der Netzwächter ist, unter anderem, dafür verantwortlich, Pannen im Empathischen Netz oder in irgendeiner Form korrumpierte Stränge zu finden und zu reparieren. Im höchsten Notfall können große Gruppen dieser Inkarnation sogar versuchen, das Empathische Netz im Notfall aufrecht zu halten. Die Netzwächter sind auch die Elitegarde des Visionärs, da sie den Clan sehen können, wie er ihn sieht und ein winziges Fragment seiner Macht über das Empathische Netz teilen. Netzwächter werden auch manchmal zu Rate gezogen, wenn es darum geht ein bestimmtes Individuum zu finden oder eine Schwangerschaft zu verhindern, bzw. zu ermöglichen. Offiziell dürfen Netzwächter nur auf direkte Anweisung des Visionärs in das Empathische Netz eingreifen (sofern kein Schaden behoben werden muss), aber auch Netzwächter sind nur Menschen…

Die Mitglieder der Inkarnationen sind praktisch “Eigentum” der Stadt, bzw. des Clans und der Nation. Sie haben eine gewisse Freiheit, aber der Clan erwartet von ihnen, dass die investierte Spezialausbildung sich in irgendeiner Form auch rentiert. Die meisten Mitglieder der Spezialkasten sind in irgendeiner Form Teil des Clanmilitärs und bleiben in diesem Feld. Andere werden zu Spezialisten berufen, die von ihrem Clan auf besondere Missionen entsandt werden. Andere wiederum erlangen ultimative Freiheit. Dies kostet jedoch eine nicht unerhebliche Summe, da der Clan in so einem Fall die komplette Ausbildung des Individuums zurückgezahlt haben will. Abenteurer, die auf Sondermissionen zu unerwarteten Reichtümern gekommen sind, fallen oft in diese Kategorie und praktisch jeder Clan toleriert einen gewissen Anteil an freigeistigen Abenteurern, solange diese den guten Namen des Clans in fremden Ländern wahren oder wenigstens sauber ihre Spuren verwischen. Es gilt als gutes Karma vor den Göttern, Leute zu haben, die neue Wege beschreiten und das Ansehen des Clans in fremden Ländern mehren. Das Ansehen von Abenteurern ist jedoch in jedem Clan anders: in einigen werden sie als Helden gefeiert, in anderen gelten sie als sittenlose Unholde und Nestbeschmutzer. In manchen Clans kommt es immer darauf an, wen man fragt.

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