Clan Carbon

Clanfarben: Khaki, Gold, Blutrot.
Sprachen: Carbonisch.

Zweimal haben die Carbonier bereits vergeblich nach der Macht in Borjanal gegriffen. Sie sind ein schwer industrieller Clan mit einer rigiden martialischen Kriegerkultur. Carbonier schätzen arkane Magie nicht besonders und verlassen sich lieber auf ihre Apparate. Sie haben festes schwarzes Haar, einen bronzenen Teint und tragen typischerweise taillierte Mäntel mit weiten Krägen und jede Menge Accessoires mit Nieten und Ketten.

Seit dem Verrat ihres alten Visionärs Zheruul trauen die Carbonier arkanen Kräften nicht mehr besonders und sehen auch den Gebrauch der Magie bei ihren Verbündeten mit gewisser Sorge. Im carbonischen Reich selbst ist der Gebrauch von und das Wissen um Magie strikt verboten, sofern es sich nicht um einen registrierten Akolyten, Templer oder anders gearteten Tempeldiener des Reichs handelt, der entsprechend autorisiert ist. Die Carbonier waren schon immer ein eher industriell als mystisch veranlagter Clan und die Technologie ist ihre Magie. Vieles von dem, worauf sich heutige carbonische Technologie beruft, wurde den Nautimar und den Cirrus gestohlen. Die Carbonier ehren die zahlreichen gefallenen Agenten heute noch mit besonderen Feiertagen. Im Gegensatz zu den Avianern oder den Aguanern ist den Carboniern ein kosmisch harmonischer Umgang mit der Technologie völig egal. Ihre Technik macht sie doch letztendlich zu Herren über die Natur, oder? Und ein Herr kann mit seinem Besitz verfahren, wie ihm beliebt. Die rauchenden Schlote carbonischer Fabriken und Lager sind im ganzen carbonischen Hoheitsgebiet weithin sichtbar und ihre Maschinen und Fertigungsanlagen laufen Tag und Nacht.

Keine Stadt ist jedoch tiefer mit der carbonischen Kultur verbunden, als die Schwarze Kralle, die Hauptstadt Carbonia selbst. Reisende der Kinder des Mondes beschrieben die Stadt als ein "pechschwarzes, qualmendes Krebsgeschwür in einem einst reinen Berg, das sich wie die Kralle eines erwachenden Scheusals in den Himmel erhebt." Die zahlreichen Schlote und Türme der Stadt geben ihr von weitem tatsächlich das Bild einer Klaue, die sich aus den schwarzen Bergen erhebt. Hier fanden die Vorfahren der Carbonier Kristalle, Kohle und wertvolle Mineralien und sie haben den Berg mittlerweile bis tief unter die Erde ausgehölt. Carbonia selbst ist eine imposante Massen-Menschhaltung, die im strikten Rhytmus einer Fabrik geführt wird. Monolitische Bauten mit zahllosen Stockwerken erheben sich zu allen Seiten in den Himmel, der stets mit dunklen Rauchwolken verhangen ist. Tagsüber empfiehlt es sich, in den Straßen der Oberstadt Atemmasken zu tragen, die schädliche Partikel ausfiltern. Die relativ beengte Lage der Stadt hat zur Folge, das nur eine Hauptstraße und der MT-Zug einen direkten Zugang zur Stadt haben. Die Hauptstraße führt über einen langen Serpentinenpfad vom Tal in den Berg, während der Zug von der anderen Seite am Bahnhof ankommt und einen Weg durch das ganze carbonische Reich, bis nach Sunis nimmt.

Das Leben in Carbonia ist strikt reguliert – auf riesigen Anzeigetafeln in der ganzen Stadt laufen Listen mit Namen, Schichten und Uhrzeiten durch, nach denen sich die, überall hinströmenden, arbeitenden Massen der Stadt richten. Wohnbereiche sind meistens funktional, mit einem Bett, einer Kommunikationseinrichtung für Telefonie und Zugriff auf die Konzernbund-Matrix sowie einer simplen Küche und einem Bad mit Dusche. Höhergestellte Carbonier verfügen meist über ein bis zwei zusätzliche Räume sowie Luxuseinrichtungen wie Badewannen, Wohnküchen oder Balkons. Die meisten Carbonier mittleren bis niederen Standes leben jedoch in den Minenstädten, die tief in den großen Schacht gebaut sind. Dieser Schacht ist eine gewaltige, runde Öffnung im Herzen der Stadt, in der sich die alten Minen befanden. Jetzt sieht man hier Ring um Ring von Arbeiter-Apartments, die sich bis tief in den Berg erstrecken. Aufzüge und Schwebetaxis bringen die Einwohner von einem Ring zum nächsten. Viele Carbonier verlassen, aufgrund ihrer Arbeit, die lichtlose Tiefe nur ein bis zweimal im Jahr, wenn ihnen ein paar Tage Urlaub zustehen. Bars und andere Etablissments, die Kurzweil nach Feierabend versprechen, finden sich auch in Mengen in den tieferen Ringen der Stadt. Hier sind auch die Umschlagplätze für heiße Waren und die ein oder andere geheime, militärische Einrichtung.

Die medizinische Versorgung in Carbonia ist im Grunde sehr gut – Nanotechnik ist groß im kommen und moderne, medizinische Einrichtungen sowie kybernetische Implantate und Prothesen mittlerweile Selbstgänger. Medizinische Kosten werden mit dem Einkommen eines Konzernbund-Bürgers abgeglichen. Bei unklaren finanziellen Verhältnissen wird eine Vorab-Gebühr bei jeder Untersuchung fällig. Den meisten Clans stehen bei der Vorstellung, freiwillig Fleisch und Maschine zu verbinden, die Haare zu Berge. Für die Carbonier ist es nur ein Gewinn an Effizienz. Ihre eigene Vernichter-Kaste unterstreicht ihre Einstellung zu diesem Thema mehr als deutlich. Carbonier sind industriell eingestellte Pragmaten mit wenig Geduld oder Verständnis für mystischen Hokuspokus, der über ein Gebet hinausgeht. Außerhalb vertreten Carbonier gerne das Bild vom "harten Kerl" und wagemutigen Krieger, während sie untereinander tatsächlich überraschend umsichtig und diplomatisch miteinander umgehen. Kein Wunder, denn Beziehungen haben unter Carboniern tiefe Wurzeln und der tödliche Unfall des einen, bedeutet nur einen freien Arbeitsplatz für den Cousin eines anderen. Dieses System von gegenseitigen Gefallen und Intrigen steht in einem seltsamen Kontrast zu der vielzitierten carbonischen Ehre – dem Glauben, vor Ryelle mit allem davonzukommen, solange man aufrichtig dazu steht. Typischerweise ist das Ehrenwort eines Carboniers Gold wert – aber er gibt es nicht leichtfertig.

In der carbonischen Gesellschaft gibt es eine klare Trennung zwischen Männer- und Frauenrollen. Männer spielen im militärischen und politischen Bereich die wichtigere Rolle, während Frauen in wissenschaftlichen Tätigkeiten oder Heim und Hof ihre Domäne finden. Gelegentlich wird diese Rollenverteilung in die eine oder andere Richtung übertreten, aber im Großen und Ganzen funktioniert so das carbonische Gesellschaftsdenken. In den Augen der meisten anderen Clans sind die Carbonier prädestinierte Halunken, die nichts Gutes im Schilde führen können. Aus den Augen der Carbonier jedoch, sind sie diejenigen die eine wirklich umsetzbare Vision einer besseren Welt haben und wer blind den Einflüsterungen irgendwelcher Geisterwesen, und Kilnar weiß was sonst noch, folgt, kann kein wirklich klares Bild von der Realität haben. Den Carboniern ist sehr wohl bewusst, dass die Welt sie nicht leichtfertig akzeptieren kann, aber das muss sie auch nicht. Mit dem Konzernbund an ihrer Seite werden sie in ein paar Jahrzehnten ohnehin alle relevanten politischen Abläufe auf dem Kontinent kontrollieren und dann muss sich die Welt nach ihnen richten. Gegenüber anderen Clans sind Carbonier gerne betont umgänglich und hilfsbereit, um ihre Überlegenheit und Finesse zu demonstrieren. Sie sind mit ihrem neugewonnen Selbstbewusstsein und Reichtum nicht direkt bescheiden.

Die Carbonier werden von einem geheimen Rat regiert, der aus einigen der ältesten Netzwächtern sowie Militärs besteht und zur Zeit die Geschicke des Clans lenkt, sowie das Empathische Netz aufrecht erhält.

Heroischer Pfad: Pistolero – pro KR habt Ihr eine freie Aktion, die Ihr zum abfeuern oder nachladen einer technischen Fernkampfwaffe verwenden könnt.

Seelenklinge: Krummsäbel.
Wichtigste Gottheiten: Kilnar (Eox) und Ryelle.

Kastenportfolio: Agent, Akolyt, Arbeiter, Barde, Berserker, Heiler, Jäger, Konterkrieger, Krieger, Kristallmeister, Liebesdiener, Netzwächter, Palastwache, Pilot, Psi-Weber, Skolar, Späher, Technikschmied, Templer, Titan, Vernichter, Zähmer.

Typische Männernamen: Akhzed, Keliz, Viresh, Churn, Lekhthend, Yussur.
Typische Frauennamen: Salyra, Visse, Jhen-Chead, Uszardith, Feche, Jassalla.